Steiermark · Wein News

Weinmarkt im Wandel oder in der Krise?

In Folge 13 von „Der letzte Schluck zum Feierabend" sprechen Michael Gehring und ich über Veränderungen im Weinmarkt und darüber, ob man das eher als Wandel oder als Krise einordnen sollte. Für Winzer ist genau diese Einordnung entscheidend, denn davon hängt ab, ob man abwartet oder handelt.

Sinkender Weinkonsum in manchen Kernmärkten, ein verändertes Trinkverhalten jüngerer Zielgruppen, mehr Alternativen zu Wein am Abend, solche Entwicklungen werden oft als Krise beschrieben. Betrachtet man sie über einen längeren Zeitraum, sind es meist strukturelle Verschiebungen, die früh sichtbar waren, bevor sie einzelne Betriebe konkret zu spüren bekamen. Der Unterschied zwischen Wandel und Krise liegt oft weniger im Ausmass der Veränderung als im Zeitpunkt der Reaktion.

Frühe Signale statt später Reaktion

Betriebe, die eine Marktveränderung als Krise erleben, haben sie häufig zu spät wahrgenommen, nicht zu spät verursacht. Wer dagegen früh beobachtet, wie sich Kaufverhalten, Zielgruppen oder Absatzkanäle verschieben, kann Sortiment, Preisstruktur oder Vertriebswege anpassen, bevor der Umsatz spürbar leidet. Das verlangt eine gewisse Distanz zum eigenen Betrieb, den Blick auf den Markt insgesamt, nicht nur auf die eigene Kundschaft.

Wandel bedeutet, die eigene Zielgruppe neu zu befragen

Ein Teil der Antwort liegt in der Frage, wer heute tatsächlich Wein kauft und warum, im Vergleich zu vor zehn Jahren. Zielgruppen verschieben sich, neue Anlässe für Weinkonsum entstehen, andere verschwinden. Ein Weingut, das seine Zielgruppenannahmen regelmäßig überprüft, statt sie einmal festzulegen und nie wieder anzufassen, erkennt Verschiebungen früher als eines, das an einem festen Kundenbild festhält.

Eine Krise ist ein Wandel, den man zu spät bemerkt hat. Wer früh hinschaut, erlebt denselben Wandel als Chance.

Warum frühes Erkennen entscheidet

  • Beobachten Sie regelmäßig, wie sich das Kaufverhalten Ihrer Zielgruppen tatsächlich verändert, nicht nur Ihren eigenen Umsatz
  • Überprüfen Sie Ihr Zielgruppenbild mindestens einmal jährlich, statt es dauerhaft unverändert zu lassen
  • Reagieren Sie auf erste Signale, statt auf einen spürbaren Umsatzrückgang zu warten

Folge 13 vollständig hören

Die vollständige Episode mit Michael Gehring und mir gibt es auf Spotify und den anderen gängigen Plattformen. Eine ausführliche Einordnung aus Sicht der Hotellerie finden Sie im Originalartikel auf hotelsuccess.cc/podcast, der Hauptseite unseres gemeinsamen Podcasts.

Wie gut kennen Sie Ihre heutige Zielgruppe?

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